Kurz-Interview: Der Künstler Robert Hoffmann im Gespräch

(Hamburg, 5.7.2016) Aktuell läuft im ONLY ART CLUB die Ausstellung “Stories from the layer collection”. Gezeigt werden Werke mit Fokus auf Collage, Décollage und Urban Art. Am Freitag, den 8. Juli begrüßen wir einen der teilnehmenden Künstler zum exklusiven Artist Talk in der Galerie. Robert Hoffmann wird dabei spannende Einblicke in seinen Schaffensprozess zeigen. Wir trafen Robert schon vorab und durften einige Fragen loswerden.

Robert Hoffmann Werkstatt

ONLY ART CLUB (OAC): Wie definierst Du Deinen künstlerischen Stil?

Robert Hoffmann: Die Definition meines Stils fällt mir selbst etwas schwerer. Aufgrund der Techniken und Elemente, die meine Werke definieren, spreche ich von Urban Contemporary.

 

OAC: Wie entstehen Deine Werke, erkläre uns etwas näher Deine Arbeitsprozesse?

Robert Hoffmann: Meine Werke / Serien entstehen in mehreren Schritten bzw. der Entstehungsprozess ist in mehrere Segmente aufgeteilt. Ich beginne mit der Thematik, dem Kontext, den die neue Arbeit vermitteln soll, gefolgt von der Recherche zum Thema. Danach lege ich anhand der bezweckten Wirkung und Ästhetik fest, welche Materialien und Farben zum Einsatz kommen. Nach diesen theoretischen Schritten folgt der praktische und oft intuitive Prozess des Aufbringens, Überklebens, Abreißens, Neuanordnen und Schleifen, bis das Resultat mir signalisiert: “Stopp”. Momentan findet dieses Ausdruck in Form von Typografie und dem Einbeziehen von Symbolen. Vor allem diese Symbole sind für mich aktuell sehr spannend. Zum einen haben sie einen internationalen Wiedererkennungswert. Daneben stehen sie in den unterschiedlichen Kulturen teils für ganz unterschiedlichen Bedeutungen.

Der Einsatz verschiedener Materialien ermöglicht mir, die Betrachter auf Entdeckungsreise zu schicken – abhängig davon, wie nah oder weit entfernt sie das Werk betrachten. Das Übereinanderschichten und nachträgliche Zerstören der Oberfläche durch den Schleifprozess oder das Abreißen lässt ganz neue Zusammenhänge entstehen. Ich vergleiche das gerne mit dem Phänomen der stillen Post.

 

OAC: 
Was sind Deine Inspirationsquellen, woher nimmst Du Deine Ideen?

Robert Hoffmann: Sozialen Medien und die Art, wie wir heute miteinander kommunizieren, üben eine große Faszination auf mich aus. Kulturelle Strömungen sowie die unterschiedlichen Geschichten und Ereignisse, die uns definieren und formen, bilden eine weitere Quelle für mein Schaffen. Und zwischenmenschliche Beziehungen und die Beschäftigung mit der Selbstwahrnehmung spielt eine Rolle.

Generell beschäftigt mich die Art und Weise, wie heute (und durch die Geschichte der Menschheit) Informationen gefiltert und weitergeleitet werden. Diese Fragmente, die je nach Motivation zusammengesetzt, verändert und ins Absurde geführt werden, bilden das Fundament meiner Werke.

Eine weitere wichtige Quelle sind öffentliche Orte und wie diese genutzt werden, um Positionen zu vertreten oder diese zu kritisieren. Die Ästhetik, die an solchen Orten durch das ständige Überschreiben, Überkleben, Durchstreichen, Abreißen, Erweitern usw. entsteht, findet sich in meinen Arbeiten wieder.

 

OAC: Wer sind Deine (künstlerischen) Vorbilder und was würdest Du sie gerne fragen?

Robert Hoffmann: Raymond Hains, Mark Bradford, Jacques de la Villeglé, Jean-Michel Basquiat, Antoni Tàpies, Gerhard Richter, Mark Rothko, Paul Klee, Jackson Pollock und mein Professor John Teschendorff, unter dem ich als Meisterschüler studiert habe, sind die prägendsten Vorbilder für mein kreatives Schaffen. Ich würde sie fragen, wie ihr Kreativprozess aussieht und was ihrer Meinung nach das wichtigste Werkzeug ist, um kreativ zu bleiben.

 

OAC: Woran arbeitest Du gerade?

Robert Hoffmann: Momentan arbeite ich an der Weiterentwicklung einer neuen Serie, die ich bisher unter dem Projektnamen „Teppich-Serie“ laufen habe. Einige diese Werke sind momentan auch in der aktuellen Ausstellung im ONLY ART CLUB zu sehen. Darüber hinaus bereite ich gerade Werke vor, die in Kürze im Rahmen des Festivals Millerntorgallery 6 in Hamburg gezeigt und für einen guten Zweck versteigert werden sollen.

 

OAC: Vielen Dank für Deine Zeit und die Antworten.

Robert Hoffmann: Sehr gerne.